STERNE UND STERNBILDER

Allgemeines

In der Milchstraße, unserer Heimatgalaxie, gibt es 100-300 Milliarden Sterne. Es gibt hunderte Milliarden Galaxien wie die Milchstraße, die in Haufen auftreten, und diese Haufen wiederum in Superhaufen. Hochgerechnet gibt es also ca. 10 hoch 22 Sterne im Universum. Auf digitalen Geräten kann man Sterne entweder am PC oder mit dem Handy (iOS oder Android) beobachten.

STERNE

Der Stern von Bethlehem

Viele Wissenschaftler rätselten Jahrhunderte lang darüber, ob es den Stern von Bethlehem gab oder ob er nur eine Erfindung ist. Die typische Darstellung zeigt einen Stern mit Schweif, der über dem Stall zu sehen ist. Dieser „Schweifstern“ würde auf einen Kometen hindeuten. Dagegen sprechen aber mehrere Gründe. Zum einen gelten Kometen in nahezu allen Kulturen als Unheils-Boten. Zum anderen war eine solche Himmelserscheinung auch zur damaligen Zeit nicht so besonders, als dass jemand dafür den weiten und beschwerlichen Weg von Babylon bis nach Jerusalem auf sich genommen hätte. Späteren Berechnungen zufolge war um die Zeit von Christi Geburt auch gar kein Komet von der Erde aus sichtbar. Eine andere Vermutung geht von der Entstehung eines neuen Sterns, also einer sogenannten Nova, oder auch von einem Tod eines Sterns in einer Explosion, also einer sogenannten Supernova, aus. Eine solche Erscheinung wäre allerdings kaum eine Woche lang sichtbar gewesen, die Reise der drei Weisen dauerte aber deutlich länger als eine Woche. Dem Geheimnis auf die Spur kam erst der berühmte Astronom Johannes Kepler. Er beobachtete am 17. Dezember 1603 mit Hilfe eines für seine Zeit hochmodernen Fernglases ein scheinbares Zusammentreffen der Planeten Saturn und Jupiter, also eine Konjunktion der beiden, im Sternzeichen der Fische. Kepler wusste von einer alten Aufzeichnung, nach welcher eine solche Konstellation die Ankunft des Messias voraussagte. Er rechnete aus, wann diese Erscheinung in der Vergangenheit bereits zu sehen war. Das Ergebnis: Im Jahre 7 vor Christus gab es laut Kepler eine solche Erscheinung. Seiner Meinung nach ist unsere Zeitrechnung somit um sieben Jahre verschoben, da die Geburt Christi im Jahr 7 vor Christus war. Diese Meinung kam allerdings nicht zum Durchbruch, da viele Wissenschaftler davon wenig überzeugt waren. Bis man in Babylon Tontafeln mit Keilschriften fand. Diese konnten zunächst nicht übersetzt werden. Erst der deutsche Archäologe Schnabl fand heraus, dass es sich dabei um astronomische Aufzeichnungen der Astrologie-Schule von Babylon handelte. Diese Schriften bestätigten die von Kepler berechnete Konjunktion von Jupiter und Saturn im Sternzeichen der Fische im Jahre sieben vor Christus. Demnach gab es in diesem Jahr drei solcher Konstellationen. Die erste war am 29. Mai des Jahres 7 vor Christus zu sehen. Da dies ein schlechtes Datum für eine solche Reise ist, da gerade Sommer war und es sehr heiß war, brachen die in der Bibel genannten drei Weisen aus dem Morgenland wahrscheinlich erst am 03. Oktober auf, als die Konjunktion bereits zum zweiten Mal zu sehen war. Zudem ist dieses Datum ein besonderes, da an diesem Tag das Jong Kipur Fest der Juden stattfindet. Und viele der babylonischen Schüler waren Juden. Da die Reise von Babylon nach Jerusalem knapp zwei Monate dauerte, sind sie wohl Ende November 07 vor Christus in Jerusalem angekommen. In der Bibel heißt es: „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.“ (Mt. 2, 9). Demnach muss die Konstellation von Jerusalem aus über Bethlehem zu sehen gewesen sein. Heutigen Berechnungen zufolge war dies am 04. Dezember 07 vor Christus der Fall, etwa gegen halb neun Uhr abends. Zu diesem Zeitpunkt tauchte die Konjunktion zum dritten Mal auf und war von Jerusalem aus genau über Bethlehem zu sehen. Somit kann man sagen, dass der Stern von Bethlehem aus astronomischer Sicht definitiv Realität war.

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Der Polarstern

Der Polarstern gehört zum Sternbild Kleiner Bär. Er ist der hellste Stern in diesem Sternbild. Besonders an ihm ist seine große Helligkeit von 2 mag und seine Lage nahe des Himmelsnordpols, er liegt nur 0,7° vom theoretischen Himmelsnordpol entfernt. Daher ist er auf der Nordhalbkugel zirkumpolar. Aus diesem Grund eignet er sich bestens zur Feststellung der geographischen Himmelsrichtungen. Da er bereits frühen Völkern bekannt war, hat dieser Stern viele Namen, zum Beispiel Stella Polaris, Nordpolarstern, Phoenice, Lodestar oder Nordstern. Der Polarstern ist ein Dreifachsternsystem, das bedeutet er besteht eigentlich aus drei Sternen. Bereits 1780 wurde entdeckt, dass er ein Doppelstern ist, erst 2016 konnte mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskopes das Dreifachsternsystem entdeckt werden. Er kann nachts leicht entdeckt werden, indem man den hinteren Teil des Großen Wagens fünfmal verlängert. Dieses Bild ist übrigens auch auf der Flagge Alaskas zu sehen.

Der Stern Regulus

Der Stern Regulusist der Hauptstern im Sternbild Löwe. Der lateinische Name bedeutet kleiner König oder Prinz. Er gehört zur Sternenformation des Frühlingsdreiecks, zu dem auch die Sterne Arktur und Spica gehören. Der Stern ist 77,5 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die scheinbare Helligkeit beträgt 1,36 mag, also ist die Sonne ca. 20 mal heller als der Stern Regulus.


Der Stern Denebola

Der Stern Denebola ist der dritthellste Stern im Sternbild Löwe. Sein Name stammt aus dem arabischen und bedeutet so viel wie Schwanz des Löwen. Die Entfernung zur Erde beträgt ca. 43 Lichtjahre. Er leuchtet mit einer Helligkeit von ca. 1,93 mag.

STERNBILDER

Das Sternbild Fische

Das Sternbild der Fische liegt, wie alle Tierkreiszeichen, auf der Ekliptik. Zudem liegt es auf dem Kreuzungspunkt von Ekliptik und Himmelsäquator, genauer gesagt auf dem Frühlingspunkt. Der Zeitpunkt, an dem die Sonne diesen Punkt kreuzt, gilt als der astronomische Frühlingsanfang. 7 vor Christus kam es in diesem Sternbild zur seltenen dreifachen Konjunktion von Jupiter und Saturn, das heißt, die beiden Planeten begegneten sich dreimal in einem Jahr. Bei den antiken Griechen sah man in dem Sternbild die Liebesgöttin Aphrodite und ihren Sohn Eros, die sich auf der Flucht vor dem Ungeheuer Typhon in Fische (siehe auch Sternbild Skorpion) verwandelten, um zu entkommen. Der hellste Stern im Sternbild ist Eta Piscium, auch Kullat Nunu genannt. Er ist ein 294 Lichtjahre entfernter, gelb leuchtender Riesenstern und hat die vierfache Masse, den 25-fachen Durchmesser und die 300-fache Leuchtkraft unserer Sonne.


Das Sternbild Großer Bär mit dem großen Wagen

Die bekannte Konstellation Großer Wagen zählt zum Sternbild des Großen Bär, welches zirkumpolar (= ganzjährig sichtbar) ist. Zwei seiner Sterne werden auch Polweiser genannt, da sie zum Polarstern am Himmelsnordpol zeigen. Im Englischen heißt der Große Wagen „Big Dipper“, also „Große Schöpfkelle“. Der hellste Stern ist Epsilon Ursae Maioris, auch Alioth genannt. Er hat eine Helligkeit von bis zu 1,83 mag und ist 81 Lichtjahre von uns entfernt.


Das Sternbild Jungfrau

Dieses Sternbild wurde zum ersten Mal bereits 3 Jahrtausende vor Christus in Mesopotamien erwähnt, damals wurde es entweder Ackerfurche oder Šala (Gott/Göttin der Kornähre) genannt. Es wird vermutet, dass der Bedeutungswechsel von Ackerfurche zu Jungfrau über ein hurritisches Wort (Sala, Jungfrau) erfolgte. Mit einer scheinbaren Helligkeit von ca. 0,95 mag ist Spica der hellste Stern des Sternbildes.


Das Sternbild Kreuz des Südens

Bei diesem Sternbild bilden vier Sterne die Form eines Kreuzes. Es kann nur von der Südhalbkugel der Erde aus beobachtet werden und wurde im 16. Jahrhundert, als europäische Seefahrer in den südlichen Meeren unterwegs waren, zur Orientierung in Richtung Süden verwendet. Die hellsten Sterne tragen die Namen Acrux, Becrux, Gacrux und Decrux, jeweils eine Verbindung von griechischen Buchstaben und dem lateinischen Namen des Sternbildes Crux. Sie haben sehr unterschiedliche Entfernungen von der Erde. Der nächste ist Gacrux (87,9 Lichtjahre), am weitesten entfernt ist Becrux (353 Lichtjahre).


Das Sternbild Löwe

Der Löwe ist ein markantes Sternbild, das am Frühjahrshimmel leicht erkennbar ist. Die hellen Sterne Denebola, Regulus, Algieba (γ) und δ Leonis bilden den Rumpf. Die Sterne ζ, μ und ε Leonis stellen den Kopf dar. Diese gebogene Linie von Sternen wird mitunter auch als „Sichel“ bezeichnet.


Das Sternbild Orion

Dieses Sternbild gilt als das markanteste am Winterhimmel. Der sogenannte Orionnebel ist der flächenhellste Emissionsnebel, er ist mit bloßem Auge erkennbar. Drei Sterne in fast gleichem Abstand bilden den Oriongürtel. Aufgrund seiner Auffälligkeit wurden diesem Sternbild im Altertum viele Eigenschaften zugeschrieben. Den Namen Orion erhielt das Sternbild von den antiken Griechen, die in ihm den großen Jäger Orion, eine Figur aus ihrer Mythologie, sahen. Mittlerweile wird auch vermutet, der Name sei noch älter und komme aus der akkadischen Sprache. Die hellsten Sterne heißen Beteigeuze, Rigel und Bellatrix. Der hellste unter diesen, Beteigeuze, hat eine Helligkeit von bis zu 1,3 mag und ist 640 Lichtjahre von der Erde entfernt.


Das Sternbild Skorpion

Das Sternbild des Skorpion war bereits den Sumerern bekannt. Diese verbanden es mit ihrer Göttin Išḫara. Während man in diesem Sternbild in China einen mächtigen, wohlwollenden Drachen sah, der das Frühjahr ankündigt, geht der heutige Name auf das antike Griechenland zurück. Aber auch den Maya war das Sternbild als „zinaan ek“ (=Sterne des Skorpion) bekannt. In einer Steinritzung der Hohokam-Kultur sehen einige Wissenschaftler eine Darstellung der Supernova vom 01. Mai 1006 im Sternbild Skorpion. In der griechischen Mythologie existieren mehrere Erzählungen zu diesem Sternbild. So soll Artemis, die Göttin der Jagd, dem Skorpion befohlen haben, den Jäger Orion zu töten. Eine andere Sage erzählt, der eifersüchtige Apollon habe den Skorpion geschickt, weil Artemis Orion zugeneigt war. Da Apollon später den Tod seines Freundes bereute, soll er ihn an den Himmel versetzt haben. Andere Quellen behaupten, die Göttin Hera habe den Skorpion entsandt, da Orion eine Frau vergewaltigt habe. Über den Ausgang der Begegnung gibt es verschiedene Erzählungen. Jedenfalls wurden die beiden am Himmel möglichst weit voneinander getrennt. Der hellste Stern im Skorpion ist Antares. Erleuchtet mit bis zu 1,8 mag bei einer Entfernung von 604 Lichtjahren.


Das Sternbild Steinbock

Der Steinbock ist wohl eines der ältesten Sternbilder. Die Babylonier nannten ihn „Ziegenfisch“, wahrscheinlich war das Sternbild zu der Zeit des Jahres zu sehen, als man im Arabischen Meer Ziegenfische fangen konnte. Der griechischen Sage nach versuchte der Gott Pan sich in einen Fisch zu verwandeln, als er vor dem Untier Typhon floh. Dies gelang ihm aber nur halb. Nachdem Zeus von dem Untier verletzt worden war, versorgte Pan gemeinsam mit Hermes seine Wunden. Daraufhin konnte Zeus das Untier töten. Zum Dank versetzte er Pan in Gestalt eines Ziegenfisches an den Himmel. Obwohl später die Römer das Sternbild in seinen heutigen Namen unbenannten, wird es heute noch oft als Wesen mit dem Oberkörper einer Ziege und dem Unterleib eines Fisches dargestellt. Der hellste Stern dieses Sternbilds heißt Deneb Algedi. Am 23. September 1846 wurde in dessen Nähe der Planet Pluto entdeckt. Zwischen 15. Juli und 11. September können in diesem Sternbild große Meteor- / Sternschnuppenströme beobachtet werden.


Das Sternbild Stier

Das Sternbild des Stieres gehört zu den ältesten Sternbildern und war bereits den früheren Hochkulturen bekannt. Der Kopf des Stieres wird von dem hellen, dreieckigen Sternhaufen der Hyaden gebildet, von dem zwei lange Hörner in Richtung des Sternbilds Orion ausgehen. In Mesopotamien wurde Orion jedoch mit dem sagenhaften König Gilgamesch assoziiert, der den Himmelsstier im Kampf bezwang.

Das Sternbild Waage

Dieses Sternbild war bereits zur Zeit der Sumerer bekannt, bereits dort trug es auch schon seinen Namen. Bei den antiken Griechen wurde es allerdings zum Sternbild des Skorpion gezählt. Um 100 nach Christus wurde das heutige Sternbild von den Römern wieder in Waage umbenannt. Es galt als Sinnbild der Gerechtigkeit. Erwähnenswert ist ein bläulicher Stern namens Zuben-el-schemali. Sein Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „nördliche Schere“. Dies liegt daran, dass die Waage auch für die Araber zum Skorpion zählte und man den Stern nach seiner Lage in diesem Sternbild benannte.


Das Sternbild Widder

Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus wurde dieses Sternbild in Mesopotamien erwähnt. Man nannte es damals „Ackerbauer“. Der heutige Name findet seinen Ursprung in der griechischen Mythologie. Durch eine Liste seiner Stiefmutter sollte der Königssohn Phrixos von seinem Vater Athamas geopfert werden. Als dieser, sehr unglücklich darüber, das Opfer bringen wollte, erschien der Sage nach ein Widder mit goldenem Fell, auf dem Phrixos gemeinsam mit seiner Schwester fliehen konnte. Tragischerweise stürzte diese während des Fluges ins Meer. Nach der Ankunft an einem sicheren Ort opferte Phrixos den Widder auf dessen Bitte. Zum Dank wurde der Widder an den Himmel versetzt, wo das Sternbild noch heute zu sehen ist. Das Fell des Tieres, das sogenannte goldene Vlies wurde aufbewahrt. Später wurde es geraubt, wovon die Argonautensage erzählt. Der hellste Stern im Sternbild ist Hamal mit einer Entfernung von der Erde von 66 Lichtjahren. Er besitzt die 90-fache Leuchtkraft unserer Sonne.


Die Tierkreiszeichen

Als Tierkreiszeichen werden Sternbilder bezeichnet, die sich auf der Ekliptik der Sonne befinden. Dazu zählen die Sternbilder Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Allerdings hat sich das Bild des Himmels durch die Präzessionsbewegung der Erde, also der Bewegung der Rotationsachse der Erde, verschoben, weshalb einige Sternbilder heute nicht mehr den zugehörigen Sternzeichen entsprechen.

erstellt für das P-Seminar Physik am Gymnasium Zwiesel von Simon Probst und Lukas Stadler

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